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Tipps und Informationen für Katzenhalter Ernährung Es ist wichtig ein hochwertiges Futter (sog. Premium-Futter) zu füttern, es sollte auch auf das Alter Ihrer Katze (z.B. Juniorfutter) abgestimmt sein. Trockenfutter sollte möglichst immer zur Verfügung stehen (kann ggf. auch aufgeweicht werden). Nass/Dosenfutter fressen die meisten Katzen besonders gern, deshalb sollte man es, vor allem im Wachstum oder wenn die Katze sehr dünn ist, zufüttern (auch hier gibt es große Unterschiede z.B. beim Fleisch/Fischanteil). Wenn die Katze erwachsen ist, kann man auf das Nassfutter verzichten. Aber da es den meisten besser schmeckt, tut man der Katze einen Gefallen, es beizubehalten. Frisches Wasser muss grundsätzlich immer zur Verfügung stehen! Als Leckerei kann ab und zu Kaffeesahne oder Schlagsahne gegeben werden (hoher Fettanteil) oder auch einmal ein Stück rohes Rindfleisch, damit die Katze etwas zu kauen hat . Bei Durchfall sollte eine Schonkost gefüttert werden, bestehend aus gekochtem (nicht gebratenem) Hühnchen und nach belieben Hüttenkäse, Reis oder Kartoffeln. Sollte der Durchfall längere Zeit anhalten oder die Katze krank wirken, muss jedoch der Tierarzt aufgesucht werden. Haltung Die Katze wird anfangs etwas Zeit brauchen, sich einzuleben, aber mit viel liebevoller Zuwendung und ein bisschen Geduld lässt sich jede Katze „um den Finger wickeln“. Die Katze sollte gerade zu Anfang ein Plätzchen haben, wohin sie sich ungestört zurückziehen kann. Dieses sollte gemütlich und etwas geschützt sein. Es gibt in der Zoohandlung z.B. Katzenburgen/Höhlen, oft wird aber auch ein mit Decken ausgelegter großer Karton (in den man mehrere „Eingänge“ schneidet) oder ein Wäschekorb gern angenommen. Eine Katzentoilette muss gut erreichbar sein. Zudem sollte man dem Tier anfangs auch zeigen, wo diese steht. Außerdem sollte man einige Male selbst mit der Hand im Katzenstreu scharren, so dass die Katzen sich den Standort auch akustisch einprägen kann. Gibt es noch andere Katzen im Haushalt ist es ratsam zunächst eine zusätzliche Toilette aufzustellen. Da Katzen naturgemäß ihre Krallen wetzen, muss man ihnen dafür eine Gelegenheit schaffen. Kratzbäume gibt es in allen Variationen im Zoohandel (aber auch z.B. bei Ebay), zusätzlich mögen viele Katzen aber auch Sisal- oder Kokosmatten. Wenn die Katze trotzdem an Stellen kratzt, wo es nicht erwünscht ist, sollte man sie, natürlich nur wenn man sie ertappt, kurz erschrecken (klatschen, etwas fallenlassen, Wassersprühflasche für Pflanzen). Auf keinen Fall nach der Katze werfen oder sie im Nachhinein bestrafen! Man sollte ihr den Kratzbaum zeigen und auch hier ab und zu selbst daran kratzen, damit das Tier es hört. WICHTIG: Niemals die Fenster im Haushalt gekippt lassen, wenn die Katze alleine ist. Sehr häufig geraten die Katzen in diesen Spalt (auch Ausgewachsene) und fügen sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Das so genannte „Kippfenstersyndrom“ ist leider in Tierkliniken Alltag. Freigang Wenn Sie ihrer Katze Freigang bieten möchten, sollte dies erst nach einer 4-6-wöchigen Eingewöhnungsphase erfolgen. Zu Anfang sollte sie immer nur in Begleitung nach draußen gehen. Spielerisch sollte Meter für Meter die Umgebung erkundet werden, bis sie sich auch draußen ausreichend orientieren kann. Manche Katzen dulden auch ein Katzengeschirr mit Leine. Man sollte die Katze anfangs auch immer wieder rufen und mit einem Leckerchen belohnen, wenn sie gehorcht. Alleine sollte die Katze erst nach draußen gehen, wenn sie sich wirklich gut auskennt. Es empfiehlt sich auch bis zur Kastration mit dem „alleinigen“ Freigang zu warten. Chip Die Katze ist gechipt. Der reiskorngroße Mikrochip befindet sich an der linken Halsseite unter der Haut und die dazugehörige Nummer steht im Impfpass. Nun müssen Sie (die neuen Besitzer) Ihre Katze nur noch unter www.tiernotruf.org (Haustierregistrierungszentrale Tasso®) kostenlos registrieren. Dazu müssen Sie online in das Registrierungsformular Ihre Adresse und Telefonnummer(n), sowie die Transpondernummer eintragen, die im Impfpass der Katze klebt. So ist die Katze, sollte sie sich einmal verlaufen, von jedem Tierarzt oder Tierheim zu identifizieren. Die persönlichen Daten werden von Tasso nicht an Dritte weitergegeben. Impfung/Entwurmung/Ohrmilbenbehandlung Die Katze ist gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (Panleukopenie, Rhinotracheitis, Calicivirus) sowie gegen Tollwut geimpft. Diese Impfungen müssen nun lediglich im jährlichen Rhythmus aufgefrischt werden (es gibt bereits Tollwut- Impfstoffe, die 3 Jahre wirksam sind, fragen Sie am besten Ihren Tierarzt). Auch sollte man Katzen in regelmäßigen Abständen entwurmen: bis zum Alter von 6 Monaten alle 4 Wochen und danach 2-3mal im Jahr (bei Stubenkatzen einmal). Sollte die Katze schwarze Beläge in den Ohren haben oder sich sehr häufig an den Ohren kratzen hat sie wahrscheinlich Ohrmilben. Diese sind aber leicht zu behandeln, entweder mit einem spot-on Präparat (eine kleine Ampulle wird 2x im Abstand von 3 Wochen auf die Haut aufgetropft - wirkt zusätzlich auch gegen Flöhe!) oder mit Ohrentropfen (tägl. Behandlung). Die geeigneten Medikamente sind beim Tierarzt erhältlich. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass die eine oder andere Katze Flöhe oder Ohrmilben haben kann, leider stecken sich die Tiere im Tierheim - trotz Behandlung - manchmal wieder gegenseitig an. Kastration Falls die Katze/der Kater noch nicht kastriert ist, muss sie/er im Alter von 6-7 Monaten kastriert werden, aus den folgenden Gründen: - Es gibt schon mehr als genug Katzenbabys und eine gute Vermittlung ist schwierig! - Schwere (unheilbare) Krankheiten können durch den Deckakt übertragen werden, außerdem sind Verletzungen (durch Biss) nicht selten, die zu schmerzhaften, bakteriellen Entzündungen führen können. - Die Katzen sind nach der Kastration dem Stress und den Gefahren der Revierkämpfe/Rolligkeit nicht mehr ausgesetzt und werden nicht mehr so weit streunern. Hoffentlich können unsere Tipps den Start in ein neues Leben für unsere Schützlinge und ihre neuen Besitzer etwas vereinfachen. Wir stehen Ihnen aber gerne auch bei Fragen zur Verfügung. Tierarztbesuch Bei Tierarztbesuchen sollten Sie sich als Tierbesitzer nicht scheuen nachzufragen, was für eine Erkrankung der Tierarzt diagnostiziert hat bzw. vermutet und welche Behandlung er/sie vorschlägt (Wirkung der Medikamente, nötige Folgebehandlung, Kosten und mögliche Alternativen). Raus oder rein? Die Streitfrage Die umstrittenste Frage unter Katzenfans ist die, ob die Katze nach draußen gehört oder auch bei reiner Wohnungshaltung glücklich werden kann. Eine ganz eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Klar ist aber: Bei guten Umständen ist es draußen spannender und besser. Aber: Es kann auch in der Wohnung gut gehen. Es kommt auf die Katze an, vor allem darauf, wie sie groß geworden ist. Das Wesen der Katze Darüber gibt es zu Recht dicke, wissenschaftliche Bücher, und es gibt eine Menge eher verschleiernde Beschreibungen: Zum Beispiel, wenn die Katze als geheimnisvoll, mystisch, ihr Wesen als unergründlich beschrieben wird. Mag sein, dass die Katze so wirkt, aber das bringt nicht viel Erkenntniszuwachs. Wichtig ist vor allem eines: Die Katze ist eine Jägerin. Sie verbringt, wenn sie draußen ganz frei lebt, einen großen Teil ihrer Zeit damit, auf Beute zu lauern. Und auch die übrige Zeit ist sie nicht nur mit Fellputzen beschäftigt, wie die Tierärztin Gabriele Pfeiffer in unserem Beitrag erklärt: „Das Typische für eine Katze ist, dass sie eine Jägerin ist, das heißt, dass sie tagsüber damit verbringt, auf Beute zu lauern und diese Beute dann auch zu fangen. In der Zeit, die ihr dann noch bleibt, guckt sie, was die Konkurrenz in ihrem Gebiet so macht, sie beschnuppert und erkundet alle Markierungen, die sie findet.“ Die beiden Extrempositionen Es gibt zwei grundsätzliche Einstellungen, die in unserem Beitrag zum Ausdruck kamen: Karla Klumpen ist dafür, Katzen frei zwischen drinnen und draußen wechseln zu lassen, ganz so, wie die Katzen es möchten. Ulla Wolff vom Katzenschutzbund Düsseldorf ist für reine Wohnungshaltung. Das sind sozusagen fast in Reinform die Extrempositionen, wie sie unter Katzenfreunden debattiert werden. Dennoch haben beide gute praktische Gründe, ihre Meinung zu vertreten: Familie Klumpen lebt mit Hund und zwei Katzen in einer Kleinstadt. Der Hund kann auf dem kleinen Grundstück herumlaufen, und die Katzen sind ihnen zwar zugelaufen, wollen aber nicht nur im Haus bleiben. Familie Wolff lebt mit fünf Katzen in einer Wohnung in der Düsseldorfer Innenstadt. Alle Katzen haben sie von der Straße aufgesammelt, und seitdem, so berichtet Frau Wolff, habe keine der Katzen je versucht, aus der Wohnung herauszukommen. Sowohl Familie Klumpen als auch Familie Wolff leben mit ihren Katzen aber nicht die extreme Form aus: Bei Familie Klumpen bekommen die Katzen drinnen zu fressen, es wird mit ihnen gespielt und geschmust, nur können sie eben kommen und gehen, wann sie wollen. Und bei Familie Wolff gibt es einen vergitterten Balkon mit Spielmöglichkeiten für die Katzen. Nur, weiter geht es nicht! Es gibt noch extremere Haltungen: Das wären auf der „Wohnungsseite“ die Katzenbesitzer, die niemals darüber nachdenken würden, dass es draußen netter für die Katze sein könnte. Und auf der „Draußen“-Seite wären es zum Beispiel die Bauernhofbesitzer, die zwar wissen, dass es Katzen bei ihnen gibt, sie auch ab und zu sehen, aber keinen weiteren Kontakt mit ihnen haben. Bedingungen für Wohnungshaltung Ob eine Katze sich in der Wohnung wohlfühlt, hängt schlicht gesagt von dem ab, was sie bisher gewohnt ist. Ulla Wolff berichtet zum Beispiel über Kater Tassilo: „Wir haben den von einer fürchterlichen Hauptverkehrsstraße eingesammelt, und als er bei uns war, hat der wirklich fast sechs Wochen nur im Bett gelegen, hat geschlafen, man konnte so richtig merken, wie er sich richtig ausgeschlafen hat; das ist doch wirklich ein Zeichen, dass die die Schnauze voll haben von draußen.“ Schnauze voll von draußen das geht aber nur wenigen Katzen so. Wenn sie mal draußen gewesen sind und es ihnen gut gefallen hat, dann wollen viele nicht mehr drinnen bleiben. Wie gut es ihnen gefällt, das hängt von vielem ab. Schlecht sind neben anderen Gefahren (die im nächsten Abschnitt behandelt werden) zum Beispiel: Gärten ohne jede Rückzugsmöglichkeit oder sehr aggressive Nachbarkatzen. Trotzdem: Es ist grundsätzlich schwieriger für eine Katze, sich an eine reine Wohnungshaltung zu gewöhnen, wenn sie einmal draußen war. Die besten Chancen, in der Wohnung glücklich zu werden, haben Katzen, die schon ihre Prägezeit in einer Wohnung mit Menschen zugebracht haben. Die Prägezeit, das sind die ersten sechs Wochen. Und dann scheint es weiblichen Katzen noch etwas leichter zu fallen als Katern. In jedem Fall muss auch in der Wohnung etwas los sein, denn Katzen bleiben Jäger, egal, wie und wo sie leben. Einsamkeit und Langeweile sind tödlich für die Katze. Wenn sie nicht allein irgendwohin gehen kann, braucht sie umso mehr Anregung dort, wo sie ist. Wenn sie es von klein auf kennt, sind Artgenossen oder auch andere Tiere sehr gut. Längst nicht alle Katzen vertragen sich miteinander. Aber auch die sprichwörtliche Feindschaft von Hund und Katze ist Unfug. Das weiß jeder, der gesehen hat, wie beide, aneinander gewöhnt, sich miteinander beschäftigen. Die Wohnungskatze braucht mit ihrem Wohnungsmenschen am Tag eine ganze Stunde Spielzeit. Ein Kratzbaum muss her, und Spielzeug. Es kann gekauft oder auch selbst gemacht sein. Dann kann es drinnen gut gehen, notfalls auch als Einzelkatze. Aber nicht ohne eine weitere Grundvoraussetzung, wie die Tierärztin Gabriele Pfeiffer in unserem Beitrag erklärt: „Bedingung ist aber: Für eine Katze benötigt man mindestens 45 Quadratmeter, und dann Zugang zu allen Räumen, und es ist auch vorteilhaft, wenn sie da lieber zwei Räume hat als einen großen, weil sie dann Möglichkeiten hat, sich von ihrem Menschen auch zurückzuziehen; Denn das ist für die Katze auch sehr, sehr wichtig, dass sie die Möglichkeit hat, sich dem Blickkontakt zu entziehen.“ Die Katze entscheidet selbst, wann und wohin sie sich zurückzieht. Gefahren, die draußen lauern Tatsächlich ist das Katzenleben draußen nicht ohne, denn da lauern eine Menge Gefahren, die die Katze nicht einordnen kann: Das können manchmal Giftköder sein oder Katzenfänger. Aber, je nach Wohnlage sind Autos und Krankheiten wie Katzenaids die größte Gefahr. Umfangreicher Impfschutz ist wichtig, aber gegen Katzenaids gibt es keinen. Auf dem Land kann auch der Jäger eine Gefahr für Katzen sein. Eine umfassende Statistik über Verletzungs- oder Todesursachen frei laufender Katzen gibt es nicht. Anders als bei Hunden gibt es bei Katzen weniger Möglichkeiten, sie zur Gefahrvermeidung zu erziehen. Praktische Kompromisse Für die „kleine Freiheit“ ohne großes Sicherheitsrisiko gibt es mehrere Lösungen, die wir in unserem Beitrag vorgestellt haben. Einen beachtlichen Erfolg in punkto Erziehung haben wir bei den sechs Katzen von Susanne Wanninger (Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg) beobachten können. Sie und ihr Mann leben auf dem Land und haben den Katzen beigebracht, möglichst im Garten zu bleiben. Dabei haben sie neben viel Anlocken und Zuneigung auch Tricks angewendet: Dass der Bereich jenseits der Einfahrt von der Straße nicht günstig ist, wurde zum Beispiel mit überraschend aus einem Eimer geschütteten kalten Wasser unterstrichen. Auch zwischendurch lockt oder scheucht Susanne Wanninger immer mal wieder Richtung Garten. Allerdings wären alle diese Bemühungen wohl vollkommen zwecklos, wenn die Katzen nicht kastriert wären. Zu den Kastrationsfolgen gehört nämlich auch, dass Katzen und Kater nicht mehr so weit herumstreunen. Die Wanninger-Katzen laufen auf einem teilweise offenen Grundstück herum und werden abends hereingeholt. Ganz frei laufen lassen kommt für Susanne Wanninger nicht in Frage, und das nicht nur wegen der Gefahren draußen. Sondern auch, weil sie ein enges Verhältnis zu ihren Katzen haben möchte wie sie zum Thema Freigang sagt: „Ich kann das nicht kontrollieren, wenn die Katze nach Hause kommt, und, ich kann eben auch, wenn sie zum Beispiel Durchfall hat, das kann ich ja nicht kontrollieren, weil ich die Katze ja sehr selten sehe, und das möchte ich nicht. Also, ich möchte was von meinen Katzen haben, und ich denk, das Zusammenleben ist doch ganz anders, als wenn das ein Freigänger wäre.“ Eine andere praktische Lösung, mitten in der Stadt: Wie Ulla Wolff hat auch Eva-Maria Kolfenbach (Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg) einen geschützten Auslauf für ihre Kater angelegt. Eine besonders schöne Lösung, die dadurch möglich wird, dass eine kleine Dachterrasse vorhanden ist: Saladin und Bartor können durch Plastikröhren in einen vergitterten Bereich, wann sie mögen. Daneben dürfen sie auch die bepflanzte Terrasse selbst erkunden Saladin ohne Geschirr, Bartor, der eine Sehbehinderung hat, mit Geschirr. Zumindest der Geruch der Freiheit ist sehr gut für die Katzen, sagt Eva-Maria Kolfenbach: „Eine Katze ist eigentlich, im Grund ihres Wesens, frei lebend, von ihrer Natur her, von ihrer Art her. Und artgerechte Haltung beinhaltet zumindest ein bisschen frische Luft, etwas Sonne, etwas Grün.“ Ein katzensicherer Garten ist die Alternative für Katzenbesitzer im Grünen, die ihre Nachbarn vor den Katzen (und umgekehrt) oder einfach die Katzen vor vielen Gefahren schützen möchten. Da ist der Kratzbaum ein echter Baum, und in seinem oberen Teil können ungestört Vögel sitzen. Denn durch abgesägte Äste, um den Stamm gezogene Sporne und breit um den Stamm gelegten Maschendraht können die Katzen nicht nach ganz oben. Mit einem hohen und oben schräg nach innen zeigenden feinen Maschendraht sind auch die Grundstücksgrenzen umzogen. Das Material gibt es im Baumarkt, und der nach innen gewinkelte Draht überwächst nach und nach. Eine Katzenklappe gibt es hier zwar nicht, aber die Tür geht erfreulich oft auf, und dann kann die Katze draußen und sicher Katze sein auf die Jagd gehen, alles erkunden und sich ausruhen wann sie will. Zum Beispiel in einem der vielen Körbe, die aufgestellt oder an einem Baumstamm aufgehängt sind. Katzensicherer Garten oder Balkon „Gesicherter Garten“ ein Erfahrungsbericht Ich weiß gar nicht, wie viele Katzenbesitzer ich persönlich kenne, die mindestens schon einen Freigänger verloren haben. Sei es durch einen Autounfall oder dass die Katze eines Tages einfach weg war (und diese Ungewissheit ist vielleicht sogar noch schlimmer). Trotzdem bin ich der Ansicht, dass es für eine Katze einfach mehr Lebensqualität bedeutet, wenn sie auch die Natur erleben kann. Nachdem wir selbst eine unserer Katzen nach Tagen des Suchens und Hoffens nur durch einen glücklichen Zufall wieder bekommen haben, war unser Entschluss gefasst: der Garten wird gesichert! Ich bin erst vor kurzem auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, aber gesicherter Freigang ist mittlerweile, vor allem bei Katzenzüchtern / Rassekatzenhaltern, schon gang und gäbe oder sogar Vorraussetzung für die Vermittlung. Und weshalb sollten nur besonders schöne oder „wertvolle“ Katzen geschützt werden? Wertvoll sind doch alle Katzen. Unsere eigenen Katzen haben sich jedenfalls nach 2 Jahren des „Streunens“ schnell an die Tatsache gewöhnt, dass die Freiheit jetzt nicht mehr ganz so groß ist und ich kann jedem, der das Risiko nicht eingehen will, dass seine Katze überfahren oder gestohlen wird nur dazu raten. Es beruhigt einfach zu wissen, dass den Katzen nichts passieren kann, sie aber trotzdem nicht auf die Eindrücke von draußen verzichten müssen. Je nach Garten kann man bereits bestehende Zäune und Mauern sichern, einen neuen „Katzenzaun“ abstecken oder beides kombinieren. Sind schon ein recht stabiler Zaun, Sichtschutzlamellen oder Mauern vorhanden, kann man z.B. mit Hilfe von „Isolatoren“ (Plastikführungen) eine stromführende „Litze“ am oberen Ende anbringen oder bei entsprechender Höhe auch mit 45º Winkeln und einem Netz (ohne Strom) sichern (siehe Fotos und angegebene Links). Dass sich die einmalige Investition sogar rein wirtschaftlich lohnen kann wird wahrscheinlich jeder Katzenbesitzer bestätigen, der sein Tier nach einem Unfall behandeln oder operieren lassen musste. Ich denke wenn mehr Katzenbesitzer wüssten, wie einfach es ist, einen Garten zu sichern, würden es wahrscheinlich auch mehr tun. Deshalb schreibe ich diesen Erfahrungsbericht in der Hoffnung, dass vielleicht ein paar Katzen weniger von ihren Besitzern betrauert werden müssen. Daphne Demmler Fragen?? 1. Bleiben die Katzen wirklich innerhalb des Zaunes? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, es funktioniert. Seitdem wir den Zaun haben ist keine unserer 3 Katzen mehr ausgebüchst. Anfangs muss man evtl. noch ein paar Ausbesserungen vornehmen, aber die Katzen zeigen einem schnell wo die Schwachstellen sind (z.B. Bäume oder Gartenhäuschen s. Fotos).
Ich habe schon den Zaun schon oft angefasst, es ist unangenehm aber nicht schmerzhaft. Jedes Kind das Pferde mag hat sicher schon mal einen Weidezaun berührt und kennt das Gefühl.
Alle unsere Katzen haben beim ersten Kontakt „einen gewischt“ bekommen und waren danach nicht sonderlich panisch oder verstört, dabei hat es sogar die Nase getroffen. Erschreckt haben sie sich natürlich schon und es auch nicht wieder versucht
Wir haben unseres zu zweit in einem Tag aufgebaut und wir sind handwerklich nicht sonderlich vorgebildet.
Da viele Systeme einfach in den Boden gesteckt werden, sind diese transportabel, bei einem Umzug kann man den „Zaun“ also einfach einrollen und mitnehmen. Eventuell müssen/können ein par Löcher in angrenzende Wände gebohrt werden (mit zusätzlichen Pfählen kann man aber auch dies umgehen), ansonsten muss nichts verändert/beschädigt werden.
Wenn man ein grünes Netz nimmt sieht man es kaum und die Pfähle kann man bei Bedarf streichen. Wir haben das gelbe Netz (s. Fotos) gewählt weil es zwei Spitzen im Boden hat und dazu noch günstiger war („Geflügelnetz“).
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten (Bild 1 und 2), am besten man klickt sich erstmal durch die angegebenen Links oder „googelt“ im Internet. Die meisten Firmen beraten auch telefonisch oder man fährt bspw. zu einem Raiffeisen Markt und erkundigt sich dort. TIPS: - Mehr Stabilität erhält das Netz, indem man, wo es sich anbietet, Isolatoren (z.B. aus Raiffeisenmarkt oder Internet s. Links) anbringt, in die es dann eingehängt wird (Bild 3). Man kann auch zusätzliche Pfähle bestellen oder einfach Holzpfähle mit Isolatoren verwenden. - Bäume, die in unmittelbarer Nähe zum Zaun stehen, können ganz leicht mit etwas Kaninchendraht gesichert werden, damit die Katze nicht von dort über den Zaun springen kann (Bild 4). - Andere „Absprungmöglichkeiten“ können z.B. mit Winkeln und einem (Fischer)Netz gesichert werden (Bild 5 Aluminiumstange selbst zurechtgebogen).
Sommerzeit ist Balkonzeit das gilt auch für Stubentiger. Denn ein Balkon ist zwar kein Ersatz für Freigang, aber er erweitert das Revier von Wohnungskatzen und bietet ihnen Licht, Luft und immer wieder Neues zum Beobachten. Nur: katzensicher sollte er sein. Und das geht fast bei jedem Balkon. Absturzgefahr Katzen sind von Natur aus schwindelfrei und gute Kletterer. Aber auf der Jagd nach einem vorbei fliegenden Vogel oder nach Insekten vergessen sie schnell, dass ein Balkon meistens zu hoch ist, um unbeschadet herunter zu springen. Bei solchen Stürzen verletzen sie sich oft schwer. Je nach Stockwerk kann der Sturz sogar tödlich enden. LINKS: Informationen über Balkonnetze und Absicherungen: Beispiele für vernetzte Balkone mit Bauvorschlägen: Beispiele für vernetzte Balkone mit Teleskopstangen: Anregungen für die Balkon-Innenausstattung: Ob Ihre Balkonpflanzen katzengeeignet sind können Sie hier nachschlagen: Fazit Eine Katze ist kein Dekorationsstück. Sie ist ihrem Wesen nach eine Jägerin, und diesem Wesen muss man schon entsprechen wollen, wenn man Katzen halten möchte. Ob es draußen oder drinnen gut geht, hängt erst einmal von dem ab, was die Katze schon kennt. Und dann von Ihnen. Denken Sie daran: Eine Stunde Spielzeit täglich! Sind zwei Katzen besser als eine?
Auch gefällt es nicht zwangsläufig jeder Einzelkatze, wenn wir ihr einen Kumpel vor die Nase setzen. Ist die Einzelkatze wirklich rundum zufrieden, hat sogar Freigang um sich draußen auszutoben und Kontakte zu anderen Katzen zu knüpfen, dann ist es tatsächlich nicht unbedingt nötig, einer glücklichen Einzelkatze eine andere Mieze vor die Nase zu setzen, obwohl auch in solchen Fällen die Einzelkatze ihrem Besitzer zuliebe oft auch Kompromisse eingeht und den Neuling akzeptiert. Bitte machen Sie aber keine Katze, die ein normales Sozialverhalten gegenüber Artgenossen zeigt, zu einer Einzelkatze. Je länger Katzen allein mit Menschen leben, desto schwerer akzeptieren sie einen Artgenossen! Man bekommt nicht weniger Liebe und Zutrauen von der einzelnen Katze, wenn man zwei Tiere hat! Wenn Sie außer Haus sind, können sich zwei Tiere miteinander beschäftigen, schmusen und müde spielen. Da gibt es keine Langeweile, die Katzen sind ausgeglichen und kommen nicht auf "dumme Gedanken"! Zwei Katzen küssen und schlagen sich, gehen sich aus dem Weg, oder liegen eng umschlungen zusammen, spielen und toben miteinander, kommunizieren, erzählen sich gegenseitig das neuste, oder zeigen sich, dass sie momentan keinen Bock auf den anderen haben… kurzum, es wird ihnen nie langweilig. Langweilig wird es eher einer Einzelkatze, die in der Wohnung auf die Rückkehr ihrer Dosenöffner wartet. Und selbst wenn der Mensch sehr viel Zeit zu Hause verbringt, so spricht er doch eine ganz andere Sprache und kann der Katze - so sehr er sich auch anstrengt - nicht das bieten, was eine zweite Katze zu bieten vermag. Zwar geben wir situationsabhängig auch Katzen in Einzelhaltung, freuen uns aber sehr, wenn jemand schon einen Stubentiger sein Eigen nennt und noch eine weitere Katze dazu nehmen möchte! Jede Katze reagiert auf Neuankömmlinge anders, daher sollte man den Tieren schon sechs bis acht Wochen geben, eh man sagt: "Das funktioniert nie!" Katzenspiel-Spaß für jeden Tag
Pappkartons in jeder Größe, in die man kleine Türen und Fenster schneidet, werden wohl für die meisten Katzen niemals langweilig werden. Auch ein Wäschekorb oder Karton, gefüllt mit in Streifen von Zeitung oder anderen knisternden Materialien, ist ein perfekter Katzenspaß! Noch besser kommt Stroh oder Heu an, dann sollte das ganze aber besser auf den Balkon oder nach draußen gestellt werden. Und wenn man dann noch ein Fellmäuschen oder Bällchen hinein wirft, wird das ganze noch interessanter! Kugeln aus Alufolie machen tolle Geräusche, wenn diese über den Boden gerollt werden selbst die Allerkleinsten haben damit schon viel Spaß. Ein Katzen-Klassiker sind sicher auch die gelben Verpackungen von Überraschungs-Eiern. Diese nur noch mit etwas füllen, was dann beim Rollen Geräusche macht und los geht’s… Leicht kann man auch den Platz vergrößern, den eine Katze in der Wohnung nutzt, indem Regale oder Schränke beispielsweise so angebracht oder aufgestellt werden, dass die Katze diese z.B. vom Kratzbaum aus erreichen kann. Dann noch eine Sisalmatte drauflegen und fertig! Zu guter Letzt sind natürlich Kissen oder Decken auf der Fensterbank in vielen Katzenhaushalten schon beinahe Standard, damit es beim Rausschauen auch schön gemütlich ist… Katzen lieben eben Herausforderungen. Sie sind wunderbare Jäger, spielen gern (vorausgesetzt sie finden das richtige Spielzeug) und mögen Stimulation. Wie man Katzen interessant, nachhaltig und abwechslungsreich beschäftigen kann sehen Sie hier: Viel Spaß und Unterhaltung mit und durch Ihre Samtpfoten :-))
Beobachten, Pflegen, Vorbeugen! a) Das Fell: Auch kurzhaarige Katzen sollten gebürstet werden. So können Sie frühzeitig Fellschäden, wie z. B. Haarausfall, Flechten, Ekzeme, glanzloses und gesträubtes Fell, oder ungebetene „Gäste“ erkennen. b) Die Augen: Ist der Blick Ihrer Katze offen und klar? Ist eines der Augen ständig geschlossen oder das „dritte Lid“, die Nickhaut“ vorgezogen? Gibt es eitrigen oder wässrigen Ausfluss? c) Die Ohren: Normalerweise genügt ein einfaches Kopfschütteln um so manchen Schmutz zu entfernen. Aber keine Katze kann sich die Ohren putzen und daher sollten Sie immer wieder nachschauen. Mit einem leicht angefeuchteten Lappen können Sie die äußere Ohrmuschel säubern. Das Innenohr sowie das Benutzen von Wattestäbchen ist tabu! d) Die Zähne: Hat Ihre Katze Mundgeruch oder starke Zahnverfärbungen, kann Zahnstein die Ursache sein. Auch Trockenfutter kann die Beläge kaum verringern. Lassen Sie also bei jedem Tierarztbesuch routinemäßig nach Zahnstein suchen. e) Die Krallen: Normalerweise brauchen Sie sich um die Krallen Ihrer Katze nicht zu kümmern. Sie pflegt ihre Krallen selbst. Entweder draußen an Bäumen, in der Wohnung am Kratzbaum oder wenn diese Möglichkeiten nicht gegeben sind: an Ihren Polstermöbeln. Auch mit ihren Zähnen entfernt sie abgestorbene Krallenhülsen und hält somit ihre Waffen in Schuss. f) Der Kot: Es ist nicht nur hygienisch und angenehmer für Katzen- und Menschennasen, wenn der Kot schnellstmöglich aus dem Katzenklo entfernt wird. So schützen Sie sich und Ihr Tier z. B. vor Toxoplasmose. Ebenfalls können Sie auch eventuellen Wurmbefall feststellen.
Sobald Ihre Katze Veränderungen aufweist sollten Sie unbedingt sofort den Tierarzt aufsuchen!
Bei dem Wort "Stress" denken wir Menschen an viel Arbeit, Hektik und zuwenig Freizeit, und mancher mag sich fragen, wie denn unsere Haustiger unter Stress leiden sollen, da sie doch vorwiegend gemütlich auf dem Sofa schlafen, unterbrochen meist nur von Gängen zum Futternapf ... - das ist soweit richtig, als die Katzen, die ein festes Zuhause haben, normalerweise nicht unter Stress leiden. Anders sieht es aus, wenn eine Katze aus ihrer gewohnten Umgebung oder auch von ihren Besitzern getrennt wird. Eine solche Situation bedeutet häufig extremen Stress und beeinträchtigt das Immunsystem des Tieres unter Umständen erheblich: Jede Infektion, mit der die Katze nun konfrontiert wird, kann nicht so leicht vom körpereigenen Abwehrsystem bekämpft werden und führt im schlimmsten Falle zu einer sehr schweren Erkrankung oder sogar zum Tod. In Tier- und Katzenschutzvereinen werden wir deshalb oft mit diesen Problemen konfrontiert, denn Tiere, die dort abgegeben werden (sei es als Fundtier oder während des Urlaubes) befinden sich daher naturgemäß immer in einer Stress-Situation die natürlich von den einzelnen Tieren unterschiedlich gut gemeistert wird. Eine typische "Stresserkrankung" ist der Katzenschnupfen. Eine weitere Krankheit, die in diesem Zusammenhang wichtig ist, ist die so genannte "FIP" (Bauch- oder Brustwassersucht), die tödlich verläuft: Obwohl der Erreger auch hier ein Virus ist, bricht die Erkrankung gewöhnlich durch Stress aus.
Das Passivrauchen kann bei den Tieren erwiesenermaßen zu Krebs führen, so die Aktion Tier in Berlin. In Raucher-Haushalten erkranken Katzen doppelt so häufig an Krebs wie Artgenossen in rauchfreien Zonen. Rauchen gar zwei Menschen in der Wohnung, steigt das Risiko auf das Vierfache, heißt es unter Berufung auf US-amerikanische Studien. Obduzierte Katzen aus Raucher-Haushalten weisen den Angaben zufolge deutliche und ausgedehnte, schwarze Beläge in der Lunge auf. - Versuchen Sie zu Hause nicht, oder zumindest weniger zu Rauchen - Rauchen Sie so oft wie möglich auf dem Balkon oder im Freien - Lüften Sie regelmäßig und ausgiebig (Achtung: gekippte Fenster nie unbeobachtet lassen) Es lohnt sich für jede Zigarette, deren Schadstoffe nicht im Fell und in der Lunge Ihrer Katze landen!
Wir sind keine Tierärzte! Diese Aufstellung dient nur zur Erklärung bzw. möglichen Früherkennung einzelner Krankheiten und ersetzt keinesfalls den Weg zum Tierarzt! Außerdem dürfen bei ersten Anzeichen keine Medikamente in Eigenregie aus der Humanmedizin verabreicht werden!
(Auszüge aus den Büchern „Das neue Katzenbuch“ und „Wie Findus zu Pettersson kam“, Auszüge aus dem Internet) © 2004 Nadine Wilbert, TIERHILFE VERBINDET Katzenvieren „FIV“ steht für „Felines Immunschwäche-Virus“, ein so genanntes „Retrovirus“, das man grob mit HIV beim Menschen vergleichen kann. 1986 wurde es das erste Mal nachgewiesen, man geht aber davon aus, dass es bereits vor mehr als drei Millionen Jahren auf Katzenartige überging. FIV ist weltweit verbreitet. In Deutschland geht man von 2 bis 3 Prozent infizierter Katzen aus. Beispielsweise in Italien hingegen liegt die Infektionsrate bei teilweise über 30 Prozent. Die Katzen im Forum Romanum sollen sogar alle das Virus tragen. FIV-positive Katzen leiden vor allem unter Sekundärinfektionen. Der immungeschwächte Körper kann Infektionen, Pilze oder Parasiten schlechter abwehren. Das Virus bedroht Katzen also vor allem indirekt, indem es sie krankheitsanfälliger macht. Wie stecken sich Katzen an? FIV wird über das Blut übertragen. Bisse durch infizierte Katzen sind dabei der Hauptübertragungsweg. Besonders gefährdet sind deshalb Freigänger, wenn sie in Raufereien geraten. Auch beim Deckakt kann FIV übertragen werden. Eine Übertragung durch die Milch von der Mutterkatze auf ihren Nachwuchs ist möglich, aber unwahrscheinlich. Wie kann ich erkennen, ob meine Katze FIV hat? Wenn die Katze immer wieder krank wird, Fieber bekommt, abnimmt oder Verhaltensänderungen zeigt, sollten Sie Ihren Tierarzt auch auf einen FIV-Test ansprechen. Besonders verbreitet unter FIV-positiven Katzen sind chronische Entzündungen der Mundschleimhaut, die so genannten Stomatitis. Dieses Symptom zeigt die Hälfte aller FIV-Katzen. Testmethoden FIV wird mit Antikörpernachweisen getestet. Dabei gibt es verschiedene Verfahren. Besonders häufig wird der „ELISA-Test“ angewandt. Genauer und zuverlässiger ist der teurere und aufwändige „Western-Blot-Test“. Beim „ELISA“-Schnelltest wird folgendes untersucht: Wenn die Katze hierbei positiv auf FIV getestet wird, sollte mit der „Western-Blot-Methode“ nachgetestet werden. Denn es kommt durchaus vor, dass Katzen beim ersten Schnelltest fälschlicherweise positiv eingestuft werden. Bei Katzenkindern unter sechs Monaten müssen positive FIV-Testergebnisse mit Vorsicht betrachtet werden. Denn sie könnten noch FIV-Antikörper von ihrer Mutter mitbekommen haben, ohne selbst infiziert zu sein. Was muss ich im Zusammenleben mit FIV-Katzen beachten? Positive Katzen sollten ausschließlich im Haus leben, damit sie keine anderen Freigänger anstecken und sich selbst nicht mit anderen Krankheiten infizieren. Wird bei einer Katze in einer schon länger bestehenden Gruppe FIV festgestellt, muss sie aber nicht unbedingt von den anderen Katzen getrennt werden. Das gilt vor allem dann, wenn die Gruppe harmonisch und ohne Rangkämpfe miteinander lebt. Neue Katzen sollten dann aber nicht dazukommen. Impfungen bei FIV-Katzen sind umstritten. Einerseits können sie vor schwächenden Infektionen schützen, andererseits regen sie aber auch das Immunsystem an und können so das Fortschreiten der FIV-Infektion vorantreiben. Bei Lebendimpfstoffen besteht zudem die Gefahr, dass die Katze durch die Impfung erkrankt. FIV ist nicht heilbar. Man kann aber die Sekundärinfektionen behandeln. Gute Ergebnisse wurden gerade bei Katzen mit Stomatitis mit dem Wirkstoff „AZT“ (im Medikament Retrovir) und mit Interferon erzielt. Hiermit kann die Krankheit jahrelang in Schach gehalten werden und die Katze weiterhin symptomfrei leben. Die Diagnose „FIV“ ist also keinesfalls ein Grund, die Katze einzuschläfern! Viele FIV-Katzen sterben im hohen Alter an Ursachen, die mit FIV nichts zu tun haben. Mit gutem Futter, wenig Stress und regelmäßigen Gesundheitschecks mit Blutuntersuchung möglichst alle sechs Monate können Sie Ihrer FIV-Katze noch ein langes, glückliches Leben bereiten. Was ist FIP? „FIP“ steht für „Feline Infektöse Peritonitis“. Den Namen hat die Krankheit wegen eines besonders häufigen Symptoms, der Bauchfellentzündung (Peritonitis), bei der der Bauch der Katze sich mit Flüssigkeit füllt und anschwillt. Allerdings haben nicht alle erkrankten Katzen diese Ergüsse im Bauchraum. FIP ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen. Ausgelöst wird sie durch mutierte „Coronaviren“. Coronaviren sind weit verbreitet, in Deutschland geht man davon aus, dass mindestens 50 Prozent aller Katzen diese Viren tragen. Normalerweise lösen sie höchstens einen Durchfall aus und sind relativ harmlos. Mutieren sie aber in der Katze, erkrankt sie an FIP, die immer tödlich verläuft. Allerdings passiert das nur bei 5 Prozent der Corona-positiven Katzen. Der Nachweis Antikörpern gegen das Coronavirus bedeutet also nicht, dass die Katze jemals an FIP erkranken wird. Früher dachte man, dass es eine „feuchte FIP“ mit Ergüssen im Bauchraum und eine „trockene FIP“ mit Organveränderungen, aber ohne diese Ergüsse sowie eine Mischform aus beidem gibt. Heute geht man aber davon aus, dass immer beide Formen der FIP vorhanden sind, nur in unterschiedlichen Ausprägungen. Wie steckt die Katze sich an? Katzen stecken sich mit den normalen Coronaviren an, nicht mit der mutierten Variante, die FIP auslöst. Diese Mutation geschieht immer in der Katze. Die Hauptansteckungsquelle ist der Kot infizierter Katzen. An der Luft überlebt das Virus nicht lange, im (getrockneten) Kot oder anderen angetrockneten Körpersekreten bleibt es allerdings bis zu sieben Wochen lang ansteckend. Deshalb ist es gerade im Mehrkatzenhaushalt wichtig, die Katzentoilette immer sauber zu halten. Vor allem junge und sehr alte Katzen erkranken an FIP. Wie kann ich erkennen, ob meine Katze FIP hat? Ein normaler Antikörpertest kann nur feststellen, ob die Katze Antikörper gegen Coronaviren hat. In Deutschland ist das bei mindestens der Hälfte aller Katzen der Fall, nur wenige von ihnen erkranken aber jemals an FIP. Ein positiver Test auf diese Antikörper, der früher fälschlicherweise auch „FIP-Test“ genannt wurde, bedeutet also keine Einschränkungen für die Katze. Testmethoden Ein relativ sicherer Nachweis ist es, Flüssigkeit aus dem geschwollenen Bauch der kranken Katze abzuziehen. Dieses so genannte „Punktat“ ist bei FIP-Katzen gelb und zähflüssig. Was muss ich im Zusammenleben mit einer FIP-Katze beachten? Ist die Katze lediglich Coronaviren-positiv, kann sie ein ganz normales Katzenleben führen. Gutes Futter, wenig Stress und immer eine saubere Katzentoilette sollten ohnehin für jeden Katzenfreund selbstverständlich sein. Wird bei einer Katze FIP sicher diagnostiziert, kann man nur noch versuchen, ihr ihre letzte Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Sobald aber deutlich wird, dass sie leidet, ist es an der Zeit, das Tier gehen zu lassen. Ehe nach einem FIP-Fall eine neue Katze einzieht, sollte man sicherheitshalber drei Monate warten und vor allem die Katzentoiletten, aber auch alle anderen Gegenstände desinfizieren, die von der Katze benutzt wurden. Was ist FeLV? „FeLV“ steht für „Felines Leukämie-Virus“ und ist eine häufige Todesursache bei Katzen. Oft wird FeLV umgangssprachlich auch als „Leukose“ bezeichnet. Das ist allerdings falsch, weil „Leukose“ ein Sammelbegriff für Tumore der weißen Blutzellen ist. Entdeckt wurde FeLV 1964, man geht aber davon aus, dass es schon vor Millionen von Jahren auf Katzen bzw. deren Vorfahren übergegangen ist. In Europa gelten 2 bis 10 Prozent aller Katzen als FeLV-positiv. Wie steckt die Katze sich an? FeLV wird vor allem durch den Speichel infizierter Katzen übertragen. Das kann beim Beschnuppern, bei der gegenseitigen Fellpflege aber auch beim Fressen und Trinken aus gemeinsamen Schüsseln passieren. Auch Bisse und Kratzer können andere Katzen anstecken. Anders als bei FIV sind also hier auch soziale, zueinander freundliche Katzen besonders gefährdet. In der Außenwelt überlebt FeLV nur wenige Minuten. Wie erkenne ich, ob meine Katze FeLV hat? Viele Symptome können auf FeLV hindeuten. Allerdings kann eine Katze das Virus auch jahrelang tragen, ohne Probleme zu zeigen. Bricht FeLV aus, sterben die betroffenen Katzen meistens nach drei bis fünf Jahren. FeLV stört das Immunsystem der Katze, sie wird also krankheitsanfälliger. Häufig kommen in diesem Zusammenhang FIP, Atemwegsinfektionen und verschiedene Formen des Katzenschnupfens hinzu. Außerdem begünstigt FeLV die Bildung von Tumoren. Generell gilt: Wenn die Katze häufig krank ist, die Krankheitsursache nicht klar oder die Krankheit chronisch oder therapieresistent ist, sollte sie auf FeLV getestet werden. Weil FeLV aber auch lange symptomfrei bleiben kann, sollte jede neue Katze getestet werden, bevor sie in einen Mehrkatzenhaushalt einziehen oder Freigang bekommen darf. Positive Katzen sollten nicht mit gesunden vergesellschaftet werden. Testmethoden Es gibt mehrere ELISA-Schnelltests verschiedener Anbieter für die Tierarztpraxis, die Antigene gegen FeLV nachweisen. Ist das Testergebnis negativ, ist die Katze wahrscheinlich gesund. Positive Testergebnisse sollten hingegen mit Tests anderer Firmen überprüft werden. Außerdem sollten positive Katzen nach sechs und eventuell noch einmal nach weiteren zehn Wochen nachgetestet werden um zu überprüfen, ob sie das Virus nicht doch noch bekämpfen konnten. Was muss ich beim Zusammenleben mit einer FeLV-positiven Katze beachten? FeLV ist nicht heilbar. Man kann versuchen, das Immunsystem der Katze mit dem Medikament Interferon zu stärken. Das verlängert die Lebenszeit mancher Katzen und sorgt dafür, dass sie sich länger wohl fühlen. Damit sich andere Katzen nicht anstecken und um die eigene Katze vor Sekundärinfektionen zu schützen, sollten positive Katzen ausschließlich im Haus leben. Lebt die Katze schon längere Zeit in einer Gruppe mit anderen Katzen, muss der Besitzer sie nicht unbedingt trennen. Denn entweder sind die anderen Katzen der Gruppe dann bereits infiziert oder durch eine abgewehrte FeLV-Infektion immun gegen die Erkrankung. Neue Katzen sollten dann aber nicht in die Gruppe einziehen. Stressarme Haltung, hochwertiges Futter und halbjährliche Gesundheitschecks können helfen, Sekundärinfektionen zu vermeiden beziehungsweise rechtzeitig zu erkennen. Weil Gewichtsverlust oft ein erstes Anzeichen für den Fortschritt von FeLV ist, sollten die Katzen regelmäßig gewogen werden. Quelle: WDR Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause. Thema des Monats Oktober 2008: Katzenviren Von Professor Dr. Hartmann (Lehrstuhl für Innere Medizin der kleinen Haustiere und Heimtiere an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Infektionskrankheiten bei Katzen und Hunden sind ihre Forschungsschwerpunkte) Unsauberkeit bei Katzen Wenn Katzen unsauber werden, ist oft das falsche Katzenklo oder die falsche Streu schuld. Bei Auswahl und Einrichtung der Katzentoilette sollten Sie daher einige Punkte beachten: - Auf ausreichende Größe achten: Die Diagonale der Wanne sollte zweimal der Körperlänge der Katze (ohne Schwanz) entsprechen. Für eine physiologische Ausscheidungssequenz muss sich die Katze mehrmals umdrehen können, in natürlicher Körperhaltung graben. Handelsübliche Katzentoiletten sind in der Regel zu klein das gilt vor allem für größere Katzen (über 4 Kilogramm) und alle Katzen, die irgendeine körperliche Beeinträchtigung haben, wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, hohes Alter etc. - Offene Varianten wählen: Katzen sind keine Höhlenpinkler! Der kleine Innenraum ist sowohl räumlich als auch was die Geruchsbelastung (für die Katze!) anbelangt eine Zumutung. Das gilt auch für diverse „Filtereinrichtungen“. - Ausreichende Anzahl an Katzentoiletten aufstellen: Als Minimalerfordernis an Katzentoiletten kann die Anzahl der Katzen plus 1 angesehen werden. Das bedeutet für die einzeln gehaltene Katze zwei Katzentoiletten an unterschiedlichen Standorten. - Einstreu: Die Einstreu sollte sauber, trocken, feingranuliert, leicht zu graben und in ausreichender Menge (circa 5 bis 7 Zentimeter tief) angeboten werden. Katzen, die draußen aufgewachsen sind, erkennen handelsübliche Katzenstreu nicht immer als passendes Substrat für ihre Ausscheidungen an. - Standortwahl: Es sollte mindestens zwei verschiedene Standorte geben, da Katzen Kot und Harn nicht unbedingt am selben Ort absetzen. Wenn sie es dennoch tun, ist es ein Kompromiss und zeugt von einer gewissen Flexibilität von ihrer Seite, die jedoch zu jedem Zeitpunkt enden kann. Ein Katzenklo sollte vor allem im Mehrkatzenhaushalt an einem geschützten Ort, aber nicht in kleinen, engen Räumen stehen, die nur einen Fluchtweg zulassen. Störungen durch Hunde, Kinder, Lärm oder Haushaltsarbeiten sollten weitgehend ausgeschlossen sein. Zunächst ist aber immer abzuklären, ob die Katze ein körperliches medizinisches Problem hat da stehen einmal Blasenentzündungen an vorderster Stelle , aber auch jede andere Erkrankung wie Diabetes, Durchfall, Gelenkerkrankungen und auch Zahnschmerzen (!) können Ursache oder Auslöser für Unsauberkeit sein. An zweiter Stelle steht sehr oft der mangelnde Respekt für die Ansprüche der Katze an den Ausscheidungsort: zu klein, zu geringe Anzahl, nicht sauber genug für die individuellen Vorstellungen der Katze, mit einem Deckel zur Höhle umgestaltet, Katzenstreu entspricht nicht den Vorstellungen der Katze, der Standort ist ungünstig und so weiter. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen, dass sich die Vorstellungen des Menschen an ein Katzenklo mit denen der Katze nicht decken. Im Mehrkatzenhaushalt ist Unsauberkeit aber manchmal kein Ausscheidungsproblem, sondern Markieren mit Harn, also eine Form der Kommunikation auch nur geringfügige Spannungen und Disharmonien in der Katzengruppe können Auslöser dafür sein. Es ist im Grunde ein normales katzentypisches Verhalten, das man in der Wohnung natürlich trotzdem nur schwer tolerieren kann. Und schließlich gibt es psychische Störungen, wie zum Beispiel Angststörungen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Katze Unsauberkeit als eines der Symptome zeigt. Viele Katzen urinieren/koten auf bestimmte Unterlagen (Badewanne, Badvorleger, Bett, Couch, Blumenerde in Blumentöpfen. Diese Stellen bieten der Katze praktisch immer bessere, das heißt für sie angenehmere Eigenschaften als das angebotene Katzenklo: Badematten werden sofort frisch gewaschen, textile Unterlagen sind weich und sehr saugfähig, es ist ausreichend Platz für die Verhaltenssequenz beim Ausscheiden vorhanden und meistens ist der Standort auch noch attraktiv. Blumenerde wird von allen Katzen sofort und unmittelbar als das natürlichste geeignete Material für Ausscheidungsverhalten erkannt. Vor allem im Freien aufgewachsene Katzen (an)erkennen handelsübliche Katzenstreu nicht zwingend als ideales Substrat und suchen sich etwas in der Wohnung, was ihnen besser geeignet erscheint. Die Badewanne wird typischerweise von Katzen aufgesucht, die Schmerzen aufgrund einer Blasenentzündung haben. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die meisten Katzen sind nur aus unserer menschlichen Sicht des Wohnens „unsauber“ weil sie sich nicht an unsere vorgegebenen Angebote halten. Aus ihrer eigenen Sicht haben diese Katzen fast immer ein lediglich ihren Ansprüchen entsprechendes etwas anders gestaltetes System der „Sauberkeit“. WICHTIG: Niemals bestrafen! Die Ausscheidung von Kot und Harn ist eine lebenswichtige Körperfunktion und darf unter keinen Umständen bestraft werden Auch kann der Einsatz von Pheromonen (Feliway-Stecker und/oder -Spray) deutliche Besserung bringen, meistens ist jedoch zusätzlich eine medikamentelle Behandlung erforderlich. Die Katzen sollten ausreichend Beschäftigung und Anregung haben und natürlich eine katzengerechte Wohnraumgestaltung mit Rückzugsmöglichkeiten. Quelle: WDR Tiere suchen ein Zuhause | Sendung vom Sonntag, 10. Februar 2008 | Autorin: Iris Möller |
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